Nachruf auf Herbert „berry“ Westenburger ( 05.01.1920 – 08.08.2015) Sep14

Nachruf auf Herbert „berry“ Westenburger ( 05.01.1920 – 08.08.2015)...

Hier der Nachruf auf Berry von Eckard Holler: „Mit dem Tod von „berry“, wie Herbert Westenburger genannt wurde, verliert die Bündische Jugend eine herausragende und öffentlich bekannte Persönlichkeit. Er war einer der letzten Vertreter des bündischen Jugendwiderstandes gegen den Nationalsozialismus und wurde für sein beispielhaftes Widerstandsverhalten während der NS-Diktatur 1992 mit der Johanna-Kirchner-Medaille und 2010 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Am Beispiel seines Bündischen Freundeskreises zeigte er bei unzähligen Lesungen, dass relevante Teile der Bündischen Jugend sich dem Nationalsozialismus verweigerten. Ihre Gruppen bestanden trotz des behördlichen Verbots als Freundeskreise weiter und besaßen aufgrund ihres spezifischen bündischen Stils die nötige Resistenz, um sich gegen den Verfolgungsdruck zu behaupten. Ohne es zunächst zu beabsichtigen, wurden sie zu Orten eines passiven Widerstandes, der den Totalitätsanspruch der HJ in Frage stellte. Die Formen des Eigenlebens, an dem sich der Freundeskreis von berry orientierte, war zum einen vom Nerother Wandervogel, von dem berry 1932 im Alter von zwölf Jahren gekeilt worden war, und zum andern von der dj.1.11 entwickelt worden, zu deren Resten berry 1936 in Frankfurt Kontakt bekam. Von dem von tusk gegründeten Jungenbund „dj.1.11“ war berry derart fasziniert, dass für ihn Familie und Berufsausbildung an Bedeutung verloren und der Bau der „märchenhaften Welt der dj.1.11″ sein Lebensziel wurde. Das Risiko, entdeckt zu werden, wurde in jugendbewegter Unbekümmertheit als unbedeutend eingestuft. Das ging zwei Jahre gut. Berrys Gruppe wuchs schnell auf 20 Teilnehmer an. In der Gleimstraße richtete sie eine rotgraue Garnison nach tusks Berliner Vorbild ein, frönte einem Kosakenkult mit den Liedern des Chors von Serge Jaroff, trug selbstgeschneiderte Rubaschkas, Stiefel und Pelzmützen und trank den Tee aus einem russischen Samowar. Im Taunus bei Wüstems baute sie eine Hütte als Treffpunkt aus. Zur Absicherung des Fahrtenbetriebs wurde der „Bündische Selbstschutz“ als ein Netzwerk aus sicheren Übernachtungsmöglichkeiten bei Freunden,...

Herbert „Berry“ Westenburger wurde in Frankfurt beerdigt Sep11

Herbert „Berry“ Westenburger wurde in Frankfurt beerdigt...

Die Weite, die grenzenlose Weite … Am Mittwoch, den 9. September wurde unter großer bündischer Anteilnahme Herbert „Berry“ Westenburger (geboren am 5.01.1920, gestorben am 08.08.2015) auf dem Friedhof Bonames in Frankfurt zu Grabe getragen. Die Feier begann mit dem Lied „Die Weite, die grenzenlos in sich das Leben verschließt…)“. Die Trauerrede hielt Prof. Dr. Jürgen Reulecke. Rund 250 Freunde und Gefährten aus diesem langen Leben waren zusammengekommen um Abschied zu nehmen. Die Urne wurde getragen von Oss Kröher. Berry wurde an der Seite seiner Frau, die schon vor einigen Jahren verstorben war, beerdigt. Für Berry erklang das Lied „Auf vielen Straßen dieser Welt“. Oss Kröher senkte die Urne, unter muskalischer Begleitung von Jürgen Messmacher, ab. (scouting Redation) weitere Videos demnächste Woche auf dem Youtubekanal von...

Herbert „Berry“ Westenburger verstorben Aug08

Herbert „Berry“ Westenburger verstorben...

Heute ist Herbert Berry Westenburger im Alter von 95 Jahren verstorben. Eine große Persönlichkeit der Bündischen Bewegung ist damit von uns gegangen. Unsere Gedanken sind bei seinen Freunden und seiner Familie. (scouting Redaktion)

Herzlichen Glückwunsch, Berry Westenburger: 95 Jahre alt...

Am 5. Januar 2015 feierte unser Berry Westenburger seinen 95. Geburtstag. Für sein überzeugtes Engagement für die bündische Jugend hatte der 1920 in Frankfurt geborene Berry Westenburger einen hohen Preis zu zahlen. Als Mitglied des „Nerother Wandervogels“ widersetzte er sich 1934 dem Versuch der NSDAP, die gesamte Jugendbewegung in HJ bzw. BDM „gleichzuschalten“ und trat in die verbotene „Deutsche Autonome Jungenschaft“ ein. Das und die Tatsache, dass seine Großmutter Halbjüdin war, waren die Gründe dafür, dass er das Gymnasium verlassen und eine Konditorlehre antreten musste. Wegen „bündischer Umtriebe“ wurde er 1938 vor einem Sondergericht in Berlin angeklagt, dann aber amnestiert und sofort zum Wehrdienst einberufen. Er kämpfte zunächst an der Westfront, anschließend bis zur Niederlage Rommels in Afrika. Nach britischer und amerikanischer Kriegsgefangenschaft kehrte er 1946 nach Frankfurt zurück und betrieb den Wiederaufbau der Jugendbewegung. Für seine Verdienste und für sein standhaftes Verteidigen der bündischen Ideale in der NS-Zeit wurde er mit der Johannes-Kirchner-Medaille geehrt und erhielt 2010 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Der Hessische Justizminister, Jörg-Uwe Hahn, überreichte das Verdienstkreuz und würdigte das unermüdliche Engagement des Geehrten seit dem Kriegsende bis heute in der freien Jugendarbeit: „Seit vielen Jahren berichten Sie als Zeitzeuge vor Schulklassen und Studierenden in fesselnden Vorträgen über Ihre Auseinandersetzungen mit dem NS-Staat und geben Ihre damit verbundenen Erinnerungen als Mahnung weiter. Ich freue mich sehr, dass ich Sie heute für Ihr herausragendes Wirken mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnen darf“, betonte Justizminister Jörg-Uwe Hahn. Seit vielen Jahren berichtet Herbert (Berry) Westenburger in Frankfurt und Umgebung von seinen Erlebnissen während der Zeit des Nationalsozialismus. Seine Mutter wurde als „Halbjüdin“ in Auschwitz umgebracht. Der heute über 90jährige schildert in seinen Jugenderinnerungen „Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel“, wie eine Gruppe von Freunden während der NS-Zeit trotz Haft und Gestapoterror in der Wanderbewegung der „Bündischen...

Berry Westenburger wird 94 Jahre alt...

  Am 5. Januar 2014 feierte unser Berry Westenburger seinen 94. Geburtstag. Aus diesem Anlass möchte die Redaktion gratulieren und weiterhin alles Gute wünschen.Für sein überzeugtes Engagement für die bündische Jugend hatte der 1920 in Frankfurt geborene Berry Westenburger einen hohen Preis zu zahlen. Als Mitglied des „Nerother Wandervogels“ widersetzte er sich 1934 dem Versuch der NSDAP, die gesamte Jugendbewegung in HJ bzw. BDM „gleichzuschalten“ und trat in die verbotene „Deutsche Autonome Jungenschaft“ ein. Das und die Tatsache, dass seine Großmutter Halbjüdin war, waren die Gründe dafür, dass er das Gymnasium verlassen und eine Konditorlehre antreten musste. Wegen „bündischer Umtriebe“ wurde er 1938 vor einem Sondergericht in Berlin angeklagt, dann aber amnestiert und sofort zum Wehrdienst einberufen. Er kämpfte zunächst an der Westfront, anschließend bis zur Niederlage Rommels in Afrika. Nach britischer und amerikanischer Kriegsgefangenschaft kehrte er 1946 nach Frankfurt zurück und betrieb den Wiederaufbau der Jugendbewegung. Für seine Verdienste und für sein standhaftes Verteidigen der bündischen Ideale in der NS-Zeit wurde er mit der Johannes-Kirchner-Medaille geehrt und erhielt 2010 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Der Hessische Justizminister, Jörg-Uwe Hahn, überreichte das Verdienstkreuz am und würdigte das unermüdliche Engagement des Geehrten seit dem Kriegsende bis heute in der freien Jugendarbeit. „Seit vielen Jahren berichten Sie als Zeitzeuge vor Schulklassen und Studierenden in fesselnden Vorträgen über Ihre Auseinandersetzungen mit dem NS-Staat und geben Ihre damit verbundenen Erinnerungen als Mahnung weiter. Ich freue mich sehr, dass ich Sie heute für Ihr herausragendes Wirken mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnen darf“, betonte Justizminister Jörg-Uwe Hahn.   Seit vielen Jahren berichtet Herbert (Berry) Westenburger in Frankfurt und Umgebung von seinen Erlebnissen während der Zeit des Nationalsozialismus. Seine Mutter wurde als „Halbjüdin“ in Auschwitz umgebracht. Der heute über 90jährige schildert in seinen Jugenderinnerungen „Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel“, wie eine Gruppe...