Todesfall in Kandersteg war ein Unfall...

Der einundzwanzig jährige Brite, der vergangenen Sommer im internationalen Pfadfinderzentrum Kandersteg (Schweiz) um drei Uhr morgens aus dem Fenster stürzte und dabei so schwer verletzt wurde, dass er einige Tage später an den Folgen des Sturzes verstarb, war erheblich alkoholisiert. Das geht aus den jetzt veröffentlichten Ermittlungsakten hervor. Sein Sturz war demzufolge ein Unfall. Zusammen mit anderen Pfadfindern hatte er den Schweizer Nationalfeiertag begangen. Dabei ging es mehr als nur ein wenig feucht-fröhlich zu. Wetttrinken war angesagt. „Power Hour“ und „Ring of Fire“ wurdem ihm zum tödlichen Verhängnis. Dabei handelt es sich nicht um Geländespiele oder Lagerfeuer, sondern um den Konsum von möglichst viel Alkohol innerhalb eines kurzen Zeitraumes. Der britische Pfadfinder hatte gerade seinen Schulabschluss hinter sich und absolvierte in Kandersteg einen Freiwilligeneinsatz. Bildnachweis: Pfadfinderzentrum Kandersteg Quelle: 20 Minuten 21.04.2015 Mitteilung des Pfadfinderzentrums vom 12.08.2014 Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Leserbrief zum Missbrauchsfall Wannweil: Keine „echten“ Pfadfinder...

Im Gerichtsverfahren gegen den 24-jährigen ehemaligen Leiter einer Gruppe der Royal Rangers in Reutlingen-Wannweil kommen immer mehr Details ans Licht, bei denen es einen nur schütteln kann. Jetzt kam der psychiatrische Gutachter zu Wort. Der attestiert dem Täter eine grundsätzlich prosoziale Grundhaltung. In der Szene sorgte derweil ein Leserbrief für großen Unmut. Anerkannt und somit echte Pfadfinder seien sowieso nur die DPSG, der VCP und der BdP.Der Gutachter stellte über den Angeklagten fest, dass dieser die Leitung der Pfadfindergruppe nicht gezielt angestrebt habe, er sei halt Pfadfinder gewesen und dann „habe sich das so ergeben“. Obwohl die Übergriffe über zwei Jahre hinweg erfolgten, hatten sich die 12- bis 14jährigen Jungen seiner Gruppe nicht ihren Eltern anvertraut. Vielmehr war ein Vater selbst über einen verdächtigen Chat des Gruppenleiters mit seinem Sohn aufmerksam auf das Treiben geworden. Im Rahmen der Gruppenstunden und sonstigen Aktivitäten war es regelmäßig zu gegenseitigen sexuellen Handlungen gekommen. Nach Ansicht des Gutachters handelte es sich dabei allerdings, ohne den Anteil des Angeklagten herabspielen zu wollen, um ein „gruppendynamisches Geschehen“, bei dem, wie die Staatsanwältin es nannte, auch die eigene „pubertätsbedingte Neugier“ der beteiligten Heranwachsenden eine Rolle gespielt habe. Der Gruppenleiter hatte sich gegenüber seinen Anvertrauten mit erfunden Geschichten von seinen angeblichen Kontakten zur Rockerszene in Heldenmanier dargestellt. Im wirklichen Leben hingegen haderte er mit seiner eigenen Orientierungslosigkeit, der rigriden Lebenswelt seines religiösen Umfeldes und seiner offensichtlichen sexuellen Neigung zu Halbwüchsigen. Noch während die Übergriffe erfolgten, hatte er sich mit unklaren Hilfeersuchen hinsichtlich der sexuellen Aktivitäten an Verantwortliche der Gemeinde gewendet, an der er als Gruppenleiter der Pfadfindergruppe tätig war. Diese hatten seine Klagen über das zu offensichtlich sexuelle Interesse seiner Gruppenmitglieder jedoch nicht weiter verfolgt. Dabei soll es gemäß Medienberichten bereits in einer Gruppe an einer anderen Gemeinde zu Auffälligkeiten gekommen sein,...