Eure Resonanz auf unsere Falado-Berichterstattung...

Auf meinen Bericht zum jetzt vorliegenden Abschlussbericht über die wahrscheinlichen Gründe für das Sinken der Falado vor Island habe ich viele direkte und indirekte (weitergeleitete) Zuschriften erhalten. Es darin wird unisono bemängelt, ich würde mich einseitig auf die Seite des Vorstandes des Faladovereines stellen, dessen Pressemitteilung zwar einräumt, man hätte für die Zukunft ein Sicherheitskonzept nach strengsten Standards geplant, der aber keinerlei Schuldeingeständnis in Hinblick auf die Vergangenheit, d.h. die gravierende Fehleinschätzung des Gesamtzustandes der Falado, beinhaltet. Dies lasse auch für die Zukunft befürchten, dass kein echtes Umdenken zu erwarten sei. Hierzu jetzt doch ein ganz persönliches Statement: Mit Druck erzeugt man ganz selten ein Umdenken. Diejenigen, die von dem Gedanken beschwingt werden, dass ein hochseetaugliches Segelschiff für die bündisch-pfadfinderische Jugend eine großartige Sache ist, sollten sich klar machen, dass dies nur mit enormen finanziellen Mitteln zu stemmen ist. Vereine lassen sich nur von innen heraus verändern. Je länger die Tradition eines Vereines, desto langsamer ein solcher Prozess. Aber er ist in Gang. Ich traue es dem Trägerverein zu, die (finanziellen) Kräfte zu bündeln, die notwendig sind, um dem Traum vom Segeln fortzuführen. Ich traue ihm auch einen schrittweisen Neuanfang zu. Für beides wird er eine starke Unterstützung benötigen. Zieht man ihm die Unterstützung weg (man kann Projekte auch totreden) ist die logische Folge, dass die finanziellen Mittel in nicht auskömmlichen Maße für den hohen angestrebten Sicherheitsstandard reichen könnten. Trotz meiner Vorliebe dazu, bei entsprechendem Anlass mal so richtig die Kritikkeule auszupacken, lasse ich sie hier „ungerechterweise“ also stecken. Wer den Bericht der BSU liest, wird sich seine eigene Meinung bilden, die ganz eindeutig zu Ungunsten der Entscheidung des Vereines ausfällt, die Falado überhaupt noch zu Wasser gelassen zu haben. Ich wünsche also dem Verein ein glückliches Händchen für seinen schrittweisen Neuanfang, stets ausreichend...

Falado: Abschlussbericht der BSU liegt vor...

Bei Unglücken deutscher Schiffe auf See wird automatisch eine Untersuchung der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) eingeleitet – so auch nach dem Untergang der Falado vor Island. Nachdem zunächst nur ein Zwischenbericht veröffentlicht werden konnte, liegt nun der Abschlussbericht vor. (BSU Pressemitteilung_20_14-2).Die Bundesstelle bemängelt, dass die Falado bereits von ihrem Bau her keinen Klassifikationen entsprach, keine Überprüfung durch anerkannte Sachverständige erfolgt sei, Schiffsverbände und Beplankung unterdimensioniert gewesen seien, die Kalfaterung nicht fachgerecht gewesen sei, es an Längs- und Torsionsfestigkeit gemangelt habe, die Schwingungs- und Schubaufnahme durch die Maschinenanlage und Propeller unzureichend gewesen sei, das Rigg am Vorsteven und Püttingeisen extremer Belastung ausgesetzt sei, das Schiff „nach einer erstaunlich langen Nutzungsdauer“ in unangemessenem Seegebiet unterwegs gewesen sei. Entsprechende vorherige Warnungen hinsichtlich des gewählten Seegebietes habe der Eigentümer-Verein ignoriert. Die BSU erhebt zudem die grundsätzliche Forderung danach, künftig auch sogenannte Traditionssegler und nicht-gewerblich betriebene Schiffe den ansonsten geltenden Sicherheitsnormen zu unterwerfen. Der Trägerverein der Falado weist in seiner Pressemitteilung (Falado Pressemitteilung_BSU_15-12-14-3) zum Abschlussbericht der BSU absolut zutreffend darauf hin, dass er gegen keine geltenden Bestimmungen verstoßen habe und dass sich habe keine eindeutige Unfallursache feststellen lassen. Weiter führt er aus: „Auch wenn das Gutachten von einem schlechten Allgemeinzustand der 45 Jahre alten Falado spricht, möchte der Verein betonen, dass die Sicherheit bei allen Entscheidungen oberste Priorität hatte. Bei allen Maßnahmen, die in der Vergangenheit zum Erhalt des Schiffes getroffen wurden – besonders wenn es um konstruktive Veränderungen ging – sind stets externe Fachmeinungen durch Werften, Bootsbauer und Sachverständige berücksichtigt worden. Ein Sicherheitskonzept war an Bord vorhanden, Sicherheitseinweisungen wurden regelmäßig mit den Crews durchgeführt und der Umgang mit Notfällen in Übungen vertieft.  Der Verein hat die möglichen Ursachen des Unfalls intensiv diskutiert und plant für das nächste Schiff ein umfassendes Sicherheitskonzept nach strengsten Standards. Dazu sollen auch externe...