Robert Gates: „Wir müssen uns mit der Welt abfinden, wie sie ist“

Zwei Jahre ist es her, dass die Boy Scouts of America (BSA) sich erstmals und sehr zaghaft homosexuellen Mitgliedern öffneten. Gegen den Widerstand der sie finanziell stark unterstützenden kirchlichen Gemeinschaften hatten sie damals entschieden, homosexuelle Mitglieder nicht mehr allein aufgrund ihrer sexuellen Orientiertung auszuschließen. Jetzt hat Robert Gates, ehemaliger Verteidigungsminister und „Ober-Pfadfinder“ der BSA, vorgeschlagen, Homosexuelle auch als Gruppenleiter zuzulassen. Er warnte vor zu strikten Regelungen, die angesichts des gesellschaftlichen Wandels in den Vereinigten Staaten rechtliche Auseinandersetzungen provozierten und die Existenz der Pfadfinder bedrohen würden. „Wir müssen uns mit der Welt abfinden, wie sie ist und nicht, wie wir sie gern hätten. […] Die alten Vorschriften haben sich überholt.“
Menschen- und Bürgerrechtsbewegungen lobten Gates Aufruf als „Schritt in die richtige Richtung.“ Ein Hauptsponsor der amerikanischen Pfadfinder, die mormonische Kirche „The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints“ kündigte hingegen an, sie werde genau untersuchen, welche Auswirkungen diese Änderung auf die über ein Jahrhundert alte Verbindung mit den Boy Scouts of Amerika haben könnte.

Quellen: Frankfurter Allgemeine 22.05.2015; Stern 22.05.2015

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