So richtig nass geworden

Wenn der Ex-Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes in seiner Eifeler Mundart jemanden als „sickenass“ bezeichnet, dann bedeutet dies, dass demjenigen das Glück eines ausdauernden Regenschauers beschehrt wurde, der ihn bis auf die Haut durchnässte. In diesem Fall traf es junge Pfadfinder von der DPSG aus Berlin, die auf Hajk in der Eifel in mehreren Kleingruppen unterwegs waren. Gemeinsamer Treffpunkt wäre an diesem Tag Wolfgarten gewesen, doch die Truppe, die beim DRK vorstellig wurde, war eben so „sickenass“, dass die DRKler, die gerade mit Renovierungsarbeiten an ihrem Transit befasst waren, diese nicht nur trocken unterbrachten, sondern zudem auch die beiden übrigen Gruppen einsammelten – mit ihrem geländegängigen Quad. Die eine trafen sie am vorab vereinbarten Treffpunkt an, die andere Gruppe hatte sich etwas verlaufen (bis zur Urftstaumauer), wurde dann aber auch noch gefunden.

Die drei Jungpfadfindergruppen aus Berlin hatten im Anschluss an das Verbandstreffen in Westernohe noch einige Tage angehängt, um in Sippengröße die Eifel zu erkunden. Die Übernachtungen erfolgten jeweils gemeinsam. Für die Wanderungen hingegen bekam jede der drei Gruppen dann eine Karte und einen Kompass in die Hand und hatte sich selbst zu orientieren. Ein Notfallhandy war selbstverständlich in einem versiegelten Umschlag griffbereit. Nachdem sie sich mit Hilfe des DRK tüchtig zum Trocknen „auf die Leine gehängt“ hatten, führte sie ihr Weg am folgenden Tag weiter nach Heimbach und von dort zurück mit günstigen Regionalzügen in die Heimat zurück. Witzig: Google Maps für Fußgänger besagt, dass die Tagesstrecke der Pfadfinder zwischen Gemünd und Wolfgarten ganze drei Kilometer lang ist und in 33 Minuten zu bewältigen. Junge, das muss ja wie aus Eimern geschüttet haben.

Quelle: Kölnische Rundschau 15.08.2014
Bildnachweis: wikipedia (Urfststaumauer)

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