„Pfadfinder in Deutschland gibt es überhaupt erst seit 1929“

Unkenruf: In der Rubrik „Stadtteilserie“ der WAZ kamen gestern die Pfadfinder aus Alt-Rentfort zum Zuge. Aufgrund eines alten Lilienbanners sind sie stolz darauf, bereits 1931 gegründet worden zu sein und somit mehr als 80 Jahre alt. Ich persönlich tue mich ja schwer damit, so „Kleingkeiten“ wie die Verbotszeit während des Nationalsozialismus (für die DPSG währte sie von 1938-1945, die erste Bundesversammlung erfolgte wieder 1946) bei der Altersangabe einfach mitzuzählen. Das ist natürlich meine persönliche Befindlichkeit.

In diesem Fall verhält es sich nun zusätzlich auch noch so, dass die heutige Stammesarbeit erst 1987 wieder aufgenommen wurde, nachdem ein Wiederbelebungsversuch aus dem Jahr 1946 wieder eingeschlafen war.

Die Angabe im Artikel, „Die Pfadfinder in Deutschland“ seien überhaupt erst 1929 gegründet worden (die Gründung des Deutschen Pfadfinderbundes erfolgte bereits 1911, gemeint ist wohl eher die Gründung der DPSG) ist schlicht unzutreffend.

Was ist daraus lerne, ist, dass konfessionelle Stämme sich stärker an ihrer Kirchengemeinde orientieren, als dies interkonfessionelle an ihrer Ortsgemeinde oder ihrer Stadt. Bestand also an einer Kirchengemeinde früher schon einmal ein Stamm, so handelt es sich um denselben. Und das mit der Gründung 1929 – da hat der Redakteur einfach nicht richtig aufgepasst, ansonsten wäre es Wasser auf die Mühlen derjenigen, die der DPSG gern ein Alleinvertretungsdenken für die Pfadfinder in Deutschland zuschreiben. 😉

Bildnachweis: DPSG Alt-Rentford
Quelle: WAZ 03.09.2014

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