Nachruf auf Dietrich „Dirk“ Hespers

Im Alter von 86 Jahren ist der Schriftsteller, Dichter und Liedschöpfer Dirk Hespers („Trampt durch Länder, Kontinente“) am 31. Januar verstorben. Geboren war er am 21. Februar 1931 in Mönchengladbach, seine Kindheit verlebte er jedoch in der niederländisch/belgischen Emigration. 1942 wurden seine Eltern in Antwerpen durch die Gestapo verhaftet. Dirk Hespers wurde von der Nationalsozialistische Volkswohlfahrt zwangsrückgeführt nach Mänchengladbach, der Vater Theo Hespers, ein katholischer Widerstandskämper, durch die Gestapo 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.  Nach dem Ende des Krieges war es Dirk Hespers endlich möglich, Deutschland, welches er als Gefängnis empfand, zu verlassen. Beeinflusst durch die Bündische Jugend begab er sich für mehrere Jahre auf „große Fahrt“, die ihn durch ganz Europa und den Nahen Osten führte. Er gehörte zu diesem Zeitpunkt noch zur Deutschen Jungenschaft unter Michael Jovy. 1950 gründeteDirk Hespers jedoch zusammen mit Turi (Kurt Kremers) den Piratenorden im Nerother Wandervogel. Nach Abitur am Abendgymnasium in Düsseldorf studierte er Pädagogik und war bis zur Pensionierung als Lehrer tätig.
Besonderse verbunden fühlte sich Dirk Hespers der Folklore. Unter der Bezeichnung: „Dirk & Makkers“ trat Dirk Hespers, in unterschiedlicher Besetzung überregional öffentlich als Barde und Bänkelsänger auf, bis 2000 auch auf Mundartveranstaltungen. Zahlreiche Mundartlieder hat Dirk Hespers getextet und vertont, Liederbücher herausgegeben und im Eigenverlag „Vive le Geuse“ gedruckt. Hierfür erhielt er den Rheintaler verliehen. Zudem war er  stellvertretender Vorsitzender der Theo Hespers Stiftung, welche sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, Neo-Faschismus, Fremden- feindlichkeit, Hass und Gewalt einsetzt.

Seine Tocher schrieb:
„Heute Nacht hat mein Vater Dietrich Hespers, der Sohn des Widerstandskämpfers Theo Hespers, seine letzte große Reise angetreten. Oder wie man in seinen bündischen Kreisen sagt: die letzte große Fahrt. Er war ein ebenso unterhaltsamer wie streitbarer Mensch. Ein wacher Geist. Unbequem, unangepasst, provokant – aber eben auch ein großer und großartiger Erzähler, ein Glücksritter, Musiker, Dichter, Lehrer und jemand, der das Leben – so schwer es auch war – geliebt und genossen hat. Es geht ein Leben zu Ende, so reich an Erzählungen und Erfahrungen, dass es gleich für mehrere Leben gereicht hätte. Ich bin froh, dass wir noch so viel Zeit hatten, die wichtigen Dinge für uns zu klären. Wir waren gut miteinander. Haben unseren Frieden gemacht. Und das ist es, was zählt. Papa, machs gut da, wo du jetzt hingehst. Viel Spaß – und ärger die anderen nicht so doll. Jetzt bist du wieder bei deinem Vater für dessen Andenken du so sehr gekämpft hast.“

Hier der Nachruf von RP online.

Bildnachweis: Dirk Hespers im Archiv Bündisches Audio.

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