Muslimische Pfadfinder sind ein Teil Deutschlands

Erst seit vier Jahren gibt es den „Bund Moslemischer Pfadfinder und Pfadfinderinnen Deutschlands“ (BMPPD). Vorangegangene Versuche, einen muslimischen Pfadfinderbund in Deutschland zu gründen, waren nach einiger Zeit wieder eingeschlafen oder gescheitert. Der Qantara-Zeitungsartikel des Goethe-Institutes benennt als Beispiel die islamischen Pfadfinder, welche als Jugendorganisation des Islamrates nicht als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt werden konnten und in dessen Folge keine Zuschüsse bekamen.Nun soll es ja auch Pfadfindergruppen geben, die ohne staatliche Subventionierung zurechtkommen, hier hatte es aber nicht funktioniert.

Gänzlich anders und erfolgreicher verläuft hingegen die Entwicklung des BMPPD. Die Anzahl seiner Mitglieder gibt er mit 150 Pfadfindern und Pfadfinderinnen an, die, unabhängig von islamischen Dachverbänden, aber auf Grundlage des Korans und der Lehre des Propheten Mohammed, ihrer Arbeit nachgehen. Unterstützung erhalten sie hierbei von der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg. In die Öffentlichkeit getreten sind die muslimischen Pfadfinder mit der Adaption der französischen Idee von der „Flamme der Hoffnung“. (Siehe Schlagworte). Im Rahmen dieses Projektes setzten sich die jungen Muslime, deren Familien zu einem großen Teil ursprünglich aus Marokko stammten, auf positive Weise mit ihrem Verhältnis zu Deutschland auseinander. Auch brachte sich der Ehrenpräsident des BMPPD, Cheikh Khaled Bentounes (Paris), im Februar diesen Jahres in die 3. wissenschaftliche Fachtagung Pfadfinden ein und referierte zu Thema “Kluft und Kopftuch – Muslim Scouts als Herausforderung etablierter Pfadfinderideen”.

Bildnachweis: BMPPD, Pfingsten bei der DPSG in Westernohe
Quelle: Qantara 05.09.2014

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