Missbrauchsvorwürfe: Ako-Pro schreibt 1140 Ex-Pfadfinder an

Im Januar 2010 wurden erstmals Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs oder sexueller Übergriffe gegen Kinder und Jugendliche am Aloisiuskolleg (Ako) in Bonn geäußert. Seither reißen die Skandalnachrichten kaum noch ab. Richteten die sich bisher bekannten Vorwürfe gegen mehrere Mitglieder des Jesuitenordens und einige Mitarbeiter des Aloisiuskollegs, so haben sich nun Hinweise ergeben, dass auch der bis Dezember 2010 unter dem Dach des Ako-pro-Seminars firmierende Pfadfinderbereich betroffen sein könnte. Der neu aufgestellte Verein Ako-pro-Seminar hat sich angesichts des Skandals um seine ehemalige Leitung zu einem offensiven Aufklärungsschritt entschieden: Er schrieb, wie von mutmaßlichen Missbrauchsopfern gefordert, 1140 ermittelte ehemalige Pfadfinder mit einem Hilfsangebot direkt an. Der langjährige Vorstand des Ako-Pro-Seminars soll laut Bericht des städtischen Rechnungsprüfungsamtes (RPA) zudem Fördergelder im sechsstelligen Bereich zu Unrecht kassiert und bis zu 60.000 Euro Spendengelder veruntreut haben. So seien Freizeitangebote abgerechnet worden, die nicht stattfanden, zusätzliche Personen in Teilnehmerlisten geschwindelt worden und Quittungen gefälscht worden. Ende Dezember 2010 trennten sich Schule und Verein aufgrund der Vorwürfe von ihm. Die bisherige Pfadfinderarbeit des Ako-pro-Seminars wird seit Dezember 2010 von dem Verein „Scouting Bonn“ (www.scouting-bonn.de) fortgeführt. Der 53-jährige ehemalige Leiter wies alle Vorwürfe zurück.

Quelle: scouting 01-12

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