Kurzbericht: Bundeslager des DPB

Das Bundeslager des Deutschen Pfadfinderbundes (DPB) findet alle zwei Jahre statt. Obgleich der DPB mit seiner Mitgliederzahl von um die 2500 nicht zu den größten Pfadfinderbünden gehört, ist die Beteiligungsquote am Bundeslager vergleichsweise hoch. Ich hab das nur beim Morgenkreis ganz grob überschlagen und kam auf deutlich über 1000 Teilnehmer, tippe auf etwa 1400 Personen. Kann mir nicht vorstellen, dass alle übrigen Bünde das auch hinbekommen, dass auch nur die Hälfte ihrer Mitglieder zum Bundeslager erscheint, und das liegt selbstverständlich an den extrem geilen Bundeslagern im DPB! Das Kurzvideo zum Bundeslager 2017 ist übrigens hier hinterlegt. Wie auch schon 2007 und 1997 (zehnjähriges Intervall) fand das Bundeslager in 2017 auf dem Mesterscheid in Hemer statt. Das war jetzt mein drittes Bundeslager dort und natürlich kommt man dann ins Rechnen, wie viele mir dort wohl noch vergönnt sein werden. Nach der Qualität zu urteilen, hoffentlich noch mindestens zehn oder so.

Spielidee war diesmal recht „spacig“, es ging nämlich in die Zukunft, nachdem leider der gesamte bisherige Planet Erde kräftig heruntergewirtschaftet war. Und da sollten dann alle Gruppen anhand ihrer Aufgabenstellung was Besseres auf die Reihe kriegen, als bisher. Lagerspielidee mit Moral! Aber was soll’s. Spätestens, als ich am Sonntag gegen 19 Uhr im Spa-Bereich der Jungenschaft Volundr nach einem ausgiebigen Saunabesuch in der Tauchtonne steckte und nur noch mein qualmender Kopf aus dem Wasser sah, war mir klar, dass die Spielidee ja letztlich nur ein Startzünder für so richtig coole Ideen der teilnehmenden Gruppen ist. Ich fand auch die „such die Edelsteine im Matsch“ und die Strafmandate für „Hemd-außer-der-Hose“ sowie den Weihnachtsmann richtig witzig, obgleich letzterer zwar meinen handgeschriebenen Wunschzettel entgegen nahm, um ihn anschließend aber weder zu beantworten, noch zu erfüllen!!! So zerbrechen Kindheitsträume!!! Außerdem lag der neue Planet ganz offensichtlich wettertechnisch in Remscheid! Morgens um halb drei steckte ich Samstag auf Sonntag in der Bundesjurte fest (mit etwa 5 weiteren Personen) und kam aufgrund massiver Luftfeuchtigkeit nicht mehr weg, bis ich in einer Ecke zufällig eine Ikea-Tüte (die großen blauen) fand, welche mich halbwegs trocken auf die andere Seite des Lagerplatzes brachte. Der Regen hielt dann bis halb sechs Uhr völlig unverändert an. Aber: Tagsüber ging es mit Ausnahme der Anreise. Es war also nicht durchwachsen, eher wechselhaft. Selbst die Fahrzeuge kamen zum Abbau dann noch erfolgreich über die Matschpiste bis zum Lagerplatz gefahren. Es blieb auch das große gemeinsame Abendessen (mein absoluter Favorit war dieser Reistopf mit Joghurtsauce) glücklicherweise von Regen verschont. Andererseits war es in den Regenpausen auch nicht so heiß, dass es übermäßig viele Sonnenstich-Opfer gegeben hätte. Soweit alles gut.

Neu und fast schon revolutionär fand ich, dass die Präventionsbeauftragten alle anhand eines besonderen Abzeichens auf dem Lager zu erkennen waren und die Rechte der Teilnehmer überall gut sichtbar ausgehängt waren. Dafür, dass der DPB es mit Abzeichengebaumsel ja eher „so gar nicht hat“, ist das ein klares Zeichen für veränderte Prioritäten. Ich fand es auch nicht schlimm, dass gerade die Jüngeren überhaupt nicht wussten, worum es da ging und dass dies dann Anlass für Gespräche in der Gruppe mit den Jüngeren zum Thema Rechte und Machtmissbrauch waren. Hätte man sonst nicht thematisiert. Ich hab eh den subjektiven Eindruck, dass der DPB in den letzten 10 Jahren fünfzehn Jahre jünger geworden ist. Gute Sache.

Das einzige, was mich allerdings nervte, war diese Drone. Musste die unbedingt über Menschengruppen fliegen? Ich hoffe, dass die wenigstens richtig gute Aufnahmen ermöglicht hat, von denen jetzt alle etwas haben und das nicht das Privatvergnügen einer Einzelperson war. Und auch die junggebliebene Fotographin, welche das Bundesfeuer ungefähr dreißig Mal fotographierte (ehe sie dann mitsamt Stativ auf die andere Seite umzog, um dort vermutlich nochmal dreißig Aufnahmen zu machen), möchte ich ans Herz legen, dass es doch bestimmt auch an ihrer Kamera irgendwo einen Knopf gibt, mit welchem man das „Pieppieppiep“ nach jedem einzelnen Bild hätte ausschalten können. Ich hab als Medienvertreterin ganz bestimmt kein grundsätzliches Problem fdamit, wenn einer Fotos oder Videos macht. Es geht mir nur um das „Wie“.

Was wird mir sicherlich auch in Erinnerung bleiben? Der Kommentator beim „Kampf der Titanen“ in der Sportarena. Neben den falsch vorgelesenen Gruppennamen (ich sag nur: Süben statt Su-eben) konnte er ja auch mit flotten Sprüchen aufwarten: „Jedes mal, wenn ein Kind auf sein Handy schaut, fällt ein Abenteuer tot vom Baum“. Also, das Bundeslager war in meinen Augen in jeder Hinsicht gelungen!

Einen sehr ausführlichen Bericht gibt es dann im scouting-Jahrbuch 2017, welches 2018 erscheinen wird. Bis dahin ein herzliches Danke an die ausrichtenden Hemeraner Gruppen für erfolgreiche investierten Schweiß und Nerven!

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