Krach um Touristenbähnchen auf Hochheimer Friedhof beigelegt

Heiß ging es her im Vorfeld des diesjährigen „Tag des offenen Friedhofs“ in Hochheim bei Worms. Um auch gehbehinderten älteren Menschen den Besuch des Hochheimer Friedhofs zu ermöglichen, hatte ein Stadtdezernent den Vorschlag gemacht, das üblicherweise bei Stadtrundfahrten eingesetzte „Nibelungenbähnchen“ über den Friedhof fahren zu lassen. Selbst eigene Parteifreunde, aber auch Heimat- und Kulturverein sowie der Ortsbeirat reagierten entsetzt über diesen pietätlosen Vorschlag. Auch der Hinweis, daß es auch jetzt schon für entsprechende Besucher erlaubt sei, mit dem Auto auf den Gottesacker zu fahren und daß mit einem elektrisch betriebenen Friedhofsbetriebswagen für Senioren oder Gehbehinderte eine zusätzlich Möglichkeit zum Besuch geboten werden könnte, konnte die erhitzten Gemüter nicht beruhigen. Als dann auch noch mit juristischen Schritten gedroht wurde, wurde der Vorschlag für das Nibelungenbähnchen zurückgezogen.Und die Senioren und Senioren? Dies übernahmen die evangelischen Pfadfinder, welche die Besucher mit Rollstühlen über den Friedhof begleiteten. Ein Engagement, das allenthalben so gelobt wurde, daß sich schließlich auch die beiden „Hauptkampfhähne“ (Dezernent und Ortsvorsteher) am Rollstuhlschieben beteiligten. Neben drei Rollstühlen von der Friedhofsverwaltung waren noch drei weitere von dem Verein „Lebenshilfe“ zur Verfügung gestellt worden. Das Nibelungenbähnchen kam dann auch noch zum Einsatz : Als „Shuttle“ vom Hauptbahnhof zur Hochheimer Höhe.

Quelle: scouting 04-06

Spurbuchverlag - Pfadfinder und Jugendbewegung