„Internistischer Notfall Burgruine Küssaberg“

Wenn Rettungskräfte sich miteinander verständigen, muss man als Außenstehender nicht unbedingt schlau daraus werden. Was diese als „internistischen Notfall“ bezeichneten, war ein gehäuftes Auftreten von Übelkeit, Magendarmbeschwerden und Erbrechen unter den Teilnehmern eines Pfadfinderpfingstlagers in Süddeutschland bei Waldshut. Um drei Uhr morgens erfolgte der Notruf der verantwortlichen Lagerleitung bei den Einsatzkräften. Diese rückten sogleich mit schwerem Geschütz an: 24 Sanitäter und zwei Notärzte mit elf Fahrzeugen fuhren vor. Von den insgesamt 60 Teilnehmern des Lagers, darunter Pfadfinder des  Stammes Yanktonai (BdP) aus dem naheliegenden Tiengen sowie aus Freiburg und Untergruppenbach bei Heilbronn, ging es besonders neunen nicht gut, sechs Kinder wurden dann auch sicherheitshalber in umliegende Krankenhäuser gebracht. Auch die Polizei war vor Ort und nahm den Vorfall auf, zudem wurden Essensproben genommen, die nun analysiert werden sollen.

Schuld muss aber nicht das Essen oder mangelnde Hygiene sein. Oft werden solche Massenerkrankungen auch dadurch ausgelöst, dass einer der Teilnehmer noch unbemerkt bereits erkrankt ist, wenn er ins Zeltlager fährt. Über die Toilette, per Händedruck oder Niesen verteilt er die Erreger dann großzügig an alle übrigen. Gegen den Rotavirus beispielsweise sind selbst Desinfektionsmittel oft wirkungslos, dafür ist er extrem ansteckend, bricht innerhalb von ein bis drei Tagen aus und legt dann zuverlässig ganze Lager flach.

Quelle: Badische Zeitung 11.06.2014
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