Gedenktag: Michael (Walther Jansen) Nov05

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Gedenktag: Michael (Walther Jansen)

Heute vor 58 Jahren, am 05. November 1959, verstarb Michael (Walther Jansen) nach kurzer Krankheit im Alter von 62 Jahren in Hamburg. Michael war war einer der bedeutendsten Führer der Deutschen Pfadfinderbewegung bereits vor dem zweiten Weltkrieg, nach diesem Mitbegründer und Bundesvogt des heutigen Deutschen Pfadfinderbundes (DPB) und Stifter des Ordens Sankt Georg als weiteren Bundesteil des DPB.Michael wurde am 27. Oktober 1897 in Breslau geboren. Um 1908 kam er erstmals mit einer bündischen Gruppierung in Kontakt. Im ersten Weltkrieg täuschte er, wie viele andere seiner Generation auch, ein höheres Alter vor, um sich freiwillig für den Kriegsdienst zu melden. Nach eigener Aussage war er einer der Überlebenden der Schlacht von Langemarck, die als Mythos und glorifiziert ihren Weg in die bündische Geschichtsschreibung fand. Die Militärdienstbescheinigung von Michael gibt seinen Einsatzort zum Zeitpunkt der Schlacht jedoch abweichend mit „westlich der Argonnen“ an. Dies ist die erste, aber nicht letzte Frage, die sein Lebenslauf aufwirft.

1922 war Michael an der Gründung des Neudeutschen Pfadfinderbundes beteiligt und nahm hier entscheidenden geistigen Einfluss. Im Spannungsfeld zwischen Anpassung und Illegalität in den Jahren nach der nationalsozialistischen Machtübernahme entstand unter Beteiligung von Michael 1932 die Reichsschaft Deutscher Pfadfinder, die sich 1933 mit anderen zum Großdeutschen Bund zusammenschloss, den sie aber bereits wenig später wieder verließ, um der drohenden Zwangsauflösung durch das Regime zu entgegen, was allerdings nur kurzfristig gelang.

Verstrickungen des Einzelnen mit dem Regime sind ein Signum des Lebens in totalitären Staaten. Davon blieb auch Michael nicht verschont. Und während seine Tätigkeit als Agent der Gestapo sehr gut belegt ist, gibt es für die ihn „entlastetenden“ Tätigkeiten, wie der Beihilfe zur Flucht von politisch Verfolgten über die deutsch-niederländische Grenze, keine unmittelbaren Zeugen.

Nach dem Krieg verschwieg Michael seine Mitgliedschaft in der NSDAP (in der er aber tatsächlich durch Inaktivität glänzte) und, da er im Zusammenhang mit dem Attentat auf Stauffenberg, wie so viele weitere, die bereits als politisch unzuverlässig bekannt waren, verhaftet und in ein Konzentrationslager gesteckt worden war, wurde er nach dem Krieg offiziell als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt und erhielt entsprechende Reparationen. Erst nach der Öffnung des eisernen Vorhanges und somit Jahrzehnte nach seinem Tode wurden die Archive zugänglich, aus denen Michaels Tätigkeiten für das nationalsozialistische Regime hervorgingen. Michael selbst kann nicht mehr gefragt werden.

Der heutige Deutsche Pfadfinderbund wurde 1945 von Ebbo (Dr. Erhard Plewe) und Michael in Berlin gegründet. Seine geistigen Wurzeln liegen in dem Neudeutschen Pfadfinderbund und der Reichsschaft deutscher Pfadfinder. Michael war erster Bundesvogt des DPB bis zu seinem Tode. Sein reiches schriftliches Werk, die Tiefe seiner Gedanken, seine Ausstrahlung haben den DPB stark geprägt. Nicht zuletzt ging auch die Gründung des geistigen Ordens Sankt Georg auf ihn zurück und wäre ohne die Kraft von Michaels Persönlichkeit niemals entstanden. Der Deutsche Pfadfinderbund hat sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Michael sehr aktiv und offen mit der Verstickung Michaels mit dem Regime auseinandergesetzt.

Das Grab von Michael in Hamburg wurde vor einigen Jahren aufgelöst, der Grabstein in den Park von Schloss Martinfeld, eine von Pfadfindern des DPB gegründete freie Jugendherberge, überführt.

Wikipedia-Eintrag zu Michael (nicht gänzlich fehlerfrei)

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