Feinstaubfilterpflicht für Holzfeuer?

In Deutschlands Haushalten lodern rund 30 Millionen kleine Feuerstätten, davon sind etwa die Hälfte Kaminöfen. Diesen droht aufgrund der erheblichen Produktion von Feinstaub nun kurzfristig eine Filterpflicht, welche auch für offene Feuerstätten (Lagerfeuer) ihre Anwendung finden soll. Der HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V., der die Hersteller moderner Feuerstätten vertritt, weist zwar darauf hin, dass die Verbrennung des nachwachsenden Rohstoffes Holz aus heimischer Produktion maßgeblich zur CO2-Reduzierung beiträgt, da mit jedem Scheit Holz zugleich weniger fossile Energieträger wie Heizöl oder Gas verbrannt werden.

Doch dies ist differenzierter zu sehen: Die Verfeuerung von Holz führt zur Freisetzung verschiedener Luftschadstoffe. Besonders die gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastung aus den Kleinfeuerungsanlagen hat mit deren steigender Verbreitung in den letzten Jahren bedenklich zugenommen, daneben werden aber auch Ruß und Stickoxide freigesetzt. Nach einer Berechnung der Weltgesundheitsbehörde (WHO) aus dem Jahr 2000 lag die lebensverkürztende Auswirkung von Feinstaub in Deutschland bereits damals bei 10,2 Monaten. Feinstaub? Da war doch was? Richtig, es wird über Fahrverbote für Dieselfahrzeuge diskutiert. Aber bereits im Jahr 2004 gelangte aus kleinen Holzheizungen mehr Feinstaub in die Luft, als durch alle Dieselfahrzeuge zusammen. Die Holzheizungen produzierten rund 24.000 Tonnen Feinstaub (Tendenz steigend), die Diesel-PKW und LKW im Jahr 2005 „nur“ rund 21.000 Tonnen an Feinstaub. Der Handlungsdruck steigt.

Es ist deshalb eher eine Frage von Wochen (und nicht von Jahren) bis die Filterpflicht für alle Kleinfeuerstätten in Kraft treten wird. Zumal die meisten Bürger nicht vor dem Winter auf diese Form der Heizung angewiesen sind, könnte ein kurzfristiges Verbot genügend Vorlauf zum Nachrüsten geben. Für eine mobile Filteranlage, welche bei Lagerfeuern eingesetzt werden kann, wurde bereits ein Patent angemeldet, welches von der Bauart her mobilen Absaug- und Filteranlagen für z.B. Lötrauchabsaugung entspricht.

Auf Seiten nicht nur des Deutschen Grillverbandes, sondern auch vieler Kleingärtner und dem Deutschen Raucherbund regt sich Widerstand. Der Benzingenerator, welcher für den Betrieb der Absauganlage an dezentralen Orten notwendig wäre, würde die Luft stärker verschmutzen, als die Filteranlage zur Sauberkeit beitragen könnte.  Der Sprecher des Bundesverbandes mobiler Filtersysteme Fritz-Marvin Schlunz und der Sprecher der Benzingeneratorenfakrikanten Erik Schilfhorn gaben in einer historischen gemeinsamen Erklärung hingegen ihrer Überzeugung Ausdruck, dass ihre Produkte ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität seien und nicht mit Dieselmotoren betrieben würden.

Quelle: u.a. www.schornsteinfegermeister.de