Eine Singerunde für den Frühling

2008 ins Leben gerufen, waren unsere sogenannten Musikrunden, deren Name wir so wählten, damit verständlich wird, dass es noch um viel mehr geht, als nur das bloße Singen, nur für unsere Sippe bestimmt. Doch nach und nach entwickelte sich daraus ein etwas größeres Spektakel und am 18. Februar erreichte es seinen Höhepunkt. Da der Februar eine Jahreszeit ist, wo das Grau überwiegt und man aus diesem Grund anfängt, vom Sommer zu träumen, beschlossen wir, eine überbündische Singerunde zu veranstalten. Um einerseits mit Frühlingsgedanken dem Winter entgegenzuwirken und um andererseits die verschiedenartigen Bünde in Hessen kennenzulernen.Am frühen Abend sah es so aus, als ob es mal wieder eine kleine Singerunde im bekannten Kreis werden würde, doch nach und nach füllte sich der Raum mit verschiedenartigen Trachtfarben: rote (HMP), hellgrüne (HP), blaue (BdP) und graue (BPS) waren anwesend. 30-40 Pfadfinder hatten sich in den Räumlichkeiten der Heliandpfadfinderschaften zusammengefunden. Mit der Vorstellungsrunde und mit den Liederwünschen bekam man eine erste Gelegenheit, die anderen kennen zu lernen.

Die kreativen Beiträge fanden begeisterten Anklang. Zwei von Michael Endes Gedichten wurden mit Gitarre und Gesang vorgestellt und die HP wurde von der HMP liebevoll auf den Arm genommen. („Die Fähigkeiten des HPlers reichen über laut rumbrüllen, sich gegenseitig zu verkloppen, in regelmäßigen Abständen einen Winterschlaf zu halten bis dahin, dass sie sich alle gleichzeitig auf einen undefinierbaren Gummiring stürzen.“) Natürlich durfte bei so einer Stimmung das Programm nicht fehlen. Es wurden Gruppen zusammengesetzt, wo immer mindestens einer von jedem Bund dabei war. Die Aufgabe lautete nun folgendermaßen:

Die Gruppen mussten Improtheater spielen und sich so vorstellen. Die Schwierigkeit lag hierbei, darin drei abstruse Begriffe einzubauen, die sie erst auf der Bühne bekamen.

Das hatte zum Beispiel eine etwas merkwürdige Diskussion bezüglich des Vegetarier-Seins in jeder Pfadfinderschaft zur Folge. Bei manchen Pfadfindern verpönt, dient das Fleisch als Grundnahrungsmittel auf Lagern und Fahrten. Irgendwann einigte man sich auf die Mischung von Schokolade, Käse und Fleisch, doch das endete im „Streit“, denn das Schokoladenmaschinenverpackungspatent (das zu benutzende Wort) wurde für so etwas nicht abgegeben…

Diese Art der Unterhaltung gab jedem die Gelegenheit, über die Vorurteile, die vielleicht über die eine oder andere Pfadfinderschaft kursiert, nachzudenken oder sie gar abzubauen.

Mit einer anschließenden Abendandacht zum Thema „Leichtigkeit“ verlief der restliche Abend dann etwas ruhiger. Zahlreiche Gitarren, viele neue Gesichter und eine gute Stimmung – das zeichnete die 5. MuRu aus. Und nicht zu vergessen natürlich die Chance, die anderen Bünde kennen zu lernen und den Frühling herbeizulocken.

Quelle: scouting 02-11

Spurbuchverlag - Pfadfinder und Jugendbewegung