Chinesische Pfadfinder jagen Raubkopierer

Im Rahmen einer Jahresaktion hatten sich die Pfadfinder in Hong Kong mit dem Thema Urheberrecht beschäftigt und waren dabei testweise im Internet auf Suche nach Verletzungen dieses Rechtes gegangen. Sie wurden dabei in 800 Fällen fündig und beschlossen, diese an die zuständigen Behörden weiterzuleiten. Von dieser Initiative war die Regierung Hong Kongs begeistert. Die Aktion wurde ausgeweitet und Mitte Juli wurden die ersten 1.600 jugendlichen Botschafter vor Filmstars, Musikern und Regierungsvertretern im Stadion auf ihre Aufgabe eingeschworen. Neben den Pfadfindern beteiligen sich jetzt auch weitere Jugendorganisationen an der „Youth Ambassador“-Aktion. Geplant ist, daß schließlich bis zu 200.000 Kinder und Jugendliche auf „Verbrecherjagd“ gehen. Bürgerrechtsvertreter protestieren gegen diese Art der Denunziation. Die Medienindustrie signalisiert hingegen Unterstützung. International steht die chinesische Regierung unter Druck, den florierenden heimischen Markt der illegalen Kopien (von DVDs bis hin zu imitierten BMWs) endlich einzudämmen. Neben „Rest“-China wollen gegebenenfalls auch die USA und Macau das Modell der jugendlichen Botschafter übernehmen.

Quelle: scouting 03-06

Spurbuchverlag - Pfadfinder und Jugendbewegung