Buchvorstellung: Heranwachsen im bündischen Geist...

Wer in bündischem Geist – also im Geist der Jugendbewegung – heranwächst, erlebt eine andere Jugend als seine Altersgenossen. Er spürt die Sympathie unter Freunden, er wächst in ursprünglichen Erfahrungen, er weiß um Segen und Gefahr von Führen und Folgen und stellt sich den Forderungen der Gemeinschaft. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich. Weil diese Lebensformen aber zu einem erfüllten Dasein führen, soll hier wieder an sie erinnert werden. Der Verfasser, langjähriger Pfadfinderführer, Familienvater, Lehrer und Professor für Erziehungswissenschaft, nimmt kritisch zu den aktuellen Strömungen der Pädagogik Stellung und zeigt Wege in die Zukunft auf. Autor: Friedrich Karl Rothe ISBN 978-3-88778-277-1 104 Seiten Format: 15 x 21,5 cm zahlreiche Fotos, Hardcover Hier geht es zur Bestellung. Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Zukunft des Bundes? Interview mit dem Weinbacher Wandervogel...

Im Herbst vergangenen Jahres wurden Gerüchte laut, der Weinbacher Wandervogel habe sich „aufgelöst“. Hintergrund war das Ausscheiden einiger Personen aus dem Bund, man hörte von zwei Orden. Wider der „Erwartungen“ fand das traditionelle Wiesenfest des Weinbacher Wandervogels aber davon unbeeindruckt trotzdem statt.  Was ist denn nun Sache? Im Gespräch mit scouting: David, RjB Sprecher und Mitglied im WWV-Älterenbund sowie Andreas, Bundesführer im Weinbacher Wandervogel. sc: In den letzten Jahren sind mehrere Wandervogelbünde von der Bildfläche verschwunden oder haben sich marginalisiert. Nun kursieren seit letztem Sommer in verschiedenen Foren Nachrichten, dass mehrere Orden aus dem WWV ausgetreten seien. Steht auch der Weinbacher Wandervogel vor dem Aus? Die Gesamtentwicklung der letzten beiden Jahre im Feld des Wandervogels ist tatsächlich eher traurig. Auch wenn es zwischen den Bünden nicht immer harmoniert hat und wir uns mitunter auch deutlich in Stil und Ausrichtung unterschieden haben, so bedaure ich das Abtauchen einiger Bünde dennoch, denn dadurch wird sich der Schwerpunkt jugendbewegten Lebens in Deutschland noch weiter in Richtung Pfadfinderarbeit und Jugendpflege verschieben. Uns Weinbacher betrifft diese Entwicklung allerdings bisher nur wenig. sc: Tatsächlich? Ist denn nicht auch der Weinbacher Bund deutlich kleiner geworden, immerhin sind doch laut den Meldungen mehrerer bündischer Plattformen im letzten Jahr gleich mehrere Orden ausgetreten. Nun, ich weiß nicht, wie bündische Medien heutzutage arbeiten. Eine ordentliche Recherche sollte nach- und hinterfragen, also richtig recherchieren und nicht nur Gerüchte transportieren. Eine Diskussion die ebendiese Mängel bei Teilen der Presse, Fernsehen und Sozialer Medien aufgreift, bei der man vom Post-Faktischen spricht, läuft ja gerade auch im öffentlichen Diskurs. Tatsächlich haben im vergangenen Jahr eine ganze Reihe Ältere unseren Bund verlassen. Es ist schade, doch die Fundamente hat es nicht erschüttert, denn das Herz unseres Bundes schlägt, wie sollte es anders sein, nicht im Älterenbund, sondern im Jungenbund. sc:...

Musikalische Runde beim BdP Stamm Silberreiher in Eberbach...

(philipp) Bereits zum 5. Mal der Stamm Silberreiher aus Eberbach zur musikalischen Runde „Singender Reiher“ nach Eberbach geladen. Rund 60 Pfadfinderinnen und Pfadfinder, einige ehemalige Stammesmitglieder und einige Gäste aus dem VCP waren der Einladung am Samstag, 27. Juni gefolgt. Auf dem Gelände des Stammesheimes in Eberbach war extra eine große Jurtenburg aufgebaut und stilvoll eingerichtet worden. Ab circa 19:00 Uhr gab es eine Einstimmungsrunde mit feierlicher Eröffnung durch Husky, einem der Organisatoren, zusammen mit Wolpi. Mit der Eröffnung der Singerunde wurde das neue Stammesliederbuch „Der PANOSSE“ vorgestellt. Für Essen war natürlich auch gesorgt, mit Hamburgern vom Grill. Das Liederbuch ist eine Sammlung von exakt 278 neuen und alten Liedern, zusammengestellt von Husky. Natürlich wurden die Lieder aus dem neuen Liederbuch auch kräftig gesungen. Dabei zeigte sich welch ein erstaunlich gutes Liederrepertoire in der Singerunde vorhanden ist. Es war alles wunderbar organisiert, nach dem Essen war etwas Zeit um sich mit den Teilnehmern zu unterhalten. Durch die vorbildliche Anzahl vieler Gitarrenspieler, die zu den Liedern begleiteten und alle sehr viel Talent aufwiesen, war es ein sehr gelungener Abend der bis spät in die Nacht...

Buchvorstellung „Quellen zur Geschichte der Jugendbwegung“...

Unter dem Titel „100 Jahre Hoher Meißner (1913 – 2013)“ haben Prof. Dr. Barbara Stambolis und Prof. Dr. Jürgen Reulecke einen Sammelband mit „Quellen zur Geschichte der Jugendbewegung“ herausgegeben. In einer Fleißarbeit von knapp über 500 Seiten werden die unterschiedlichsten Quellen zu dem Jahrhundertereignis des 1. Freideutschen Jugendtages auf dem Hohen Meißner zitiert und kommentiert. Das Ereignis von 1913 hatte für eine ganze Reihe von jugendbewegten Generationen eine kaum zu unterschätzende Bedeutung. Nicht zuletzt die dort entstandene „Meißnerformel“ wurde in und mit ihren Formulierungen immer wieder neu gedeutet und ausgelegt. Das Buch ist  für harte Geschichtsfreaks geeignet, andererseits eine sehr saubere Sammlung der wesentlichen Äußerungen und Artikel, die zum Thema erschienen sind. Nicht jeder verfügt schließlich über die original historischen Quellen. Im ersten Teil werden die Texte durch Bildmaterial dokumentiert, was die Leseleistung eindeutig steigert. Die Problematik neugesetzter Texte zeigt sich am Abdruck der Originaleinladung zum Meißnertreffen. Es ist eben etwas anderes das Original zu betrachten und den Zeitgeist mitzunehmen – aber dieses Gefühl können wohl nur Originale hervorrufen. Für Historiker insgesamt eine umfangreiche und interessante Zusammenstellung. Das Buch ist als Band 18 in der Schriftenreihe „Jugendbewegung und Jugendkulturen“ erschienen, die Fortsetzung der früheren Reihe „Edition Archiv der deutschen Jugendbewegung“. Den Preis von 70 Euro (exakt 69,99) werde ich nicht kommentieren. Rückentext: Die Herausgeber Prof. Dr. Barbara Stambolis lehrt Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Paderborn. Prof. Dr. Jürgen Reulecke ist emeritierter Professor für Zeitgeschichte an der Universität Gießen. 2013 jährte sich der erste Freideutsche Jugendtag auf dem Meißner zum hundertsten Mal. Das Ereignis von 1913 hatte für eine ganze Reihe von jugendbewegten Erlebnisgenerationen eine kaum zu unterschätzende Bedeutung. Nicht zuletzt die dort entstandene >Meißnerformel< mit ihren Fahnenwörtern >eigene Bestimmung<, >eigene Verantwortung< und >innere Wahrhaftigkeit< wurde immer wieder neu gedeutet. Die in dieser...

Herzlichen Glückwunsch, Berry Westenburger: 95 Jahre alt...

Am 5. Januar 2015 feierte unser Berry Westenburger seinen 95. Geburtstag. Für sein überzeugtes Engagement für die bündische Jugend hatte der 1920 in Frankfurt geborene Berry Westenburger einen hohen Preis zu zahlen. Als Mitglied des „Nerother Wandervogels“ widersetzte er sich 1934 dem Versuch der NSDAP, die gesamte Jugendbewegung in HJ bzw. BDM „gleichzuschalten“ und trat in die verbotene „Deutsche Autonome Jungenschaft“ ein. Das und die Tatsache, dass seine Großmutter Halbjüdin war, waren die Gründe dafür, dass er das Gymnasium verlassen und eine Konditorlehre antreten musste. Wegen „bündischer Umtriebe“ wurde er 1938 vor einem Sondergericht in Berlin angeklagt, dann aber amnestiert und sofort zum Wehrdienst einberufen. Er kämpfte zunächst an der Westfront, anschließend bis zur Niederlage Rommels in Afrika. Nach britischer und amerikanischer Kriegsgefangenschaft kehrte er 1946 nach Frankfurt zurück und betrieb den Wiederaufbau der Jugendbewegung. Für seine Verdienste und für sein standhaftes Verteidigen der bündischen Ideale in der NS-Zeit wurde er mit der Johannes-Kirchner-Medaille geehrt und erhielt 2010 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Der Hessische Justizminister, Jörg-Uwe Hahn, überreichte das Verdienstkreuz und würdigte das unermüdliche Engagement des Geehrten seit dem Kriegsende bis heute in der freien Jugendarbeit: „Seit vielen Jahren berichten Sie als Zeitzeuge vor Schulklassen und Studierenden in fesselnden Vorträgen über Ihre Auseinandersetzungen mit dem NS-Staat und geben Ihre damit verbundenen Erinnerungen als Mahnung weiter. Ich freue mich sehr, dass ich Sie heute für Ihr herausragendes Wirken mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnen darf“, betonte Justizminister Jörg-Uwe Hahn. Seit vielen Jahren berichtet Herbert (Berry) Westenburger in Frankfurt und Umgebung von seinen Erlebnissen während der Zeit des Nationalsozialismus. Seine Mutter wurde als „Halbjüdin“ in Auschwitz umgebracht. Der heute über 90jährige schildert in seinen Jugenderinnerungen „Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel“, wie eine Gruppe von Freunden während der NS-Zeit trotz Haft und Gestapoterror in der Wanderbewegung der „Bündischen...