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Ausgesetzt im Wald

Im Familien-Blog «Family Affairs» von Züriost erschien am 18.03. ein Beitrag zu „Helikopter-Eltern“, die ihre Kinder dauerhaft überwachen und deren ständige Erreichbarkeit beispielsweise durch Smartphones und Überwachungs-Apps sicherstellen. Die Verfasserin des Beitrages schildert zum Einstieg, dass ihr Bruder vor 20 Jahren im Rahmen einer Pfadfinderübung allein im Wald ausgesetzt wurde und dass dies heute wohl undenkbar wäre: „Als mein Bruder 14 Jahre alt war, wurde er mutterseelenalleine im Wald ausgesetzt. In der damaligen Tschechoslowakei. Nein, keine grausame Tat von grausamen Eltern, sondern eine freiwillige Prüfung während eines Sommerlagers der Pfadfinder. Die Teenager waren im Grenzgebiet zu Österreich 24 Stunden lang auf sich alleine gestellt, sie durften in dieser Zeit weder essen noch reden. Das Ziel war, von niemandem entdeckt zu werden, insbesondere nicht von den Grenzpatrouillen. Ein Aufruhr empörter Eltern wäre wohl heutzutage die Folge.“

Eine Beobachtung, die viele Pfadfinderführer (aber auch andere Personen) auch hierzulande machen. Bei der Klassenfahrt meines Sohnes hat es eine Krisenstimmung hervorgerufen, dass die Kinder ihre Mobilgeräte nicht mitnehmen sollen, weil dies ja bedeutet, dass man nicht auf die Minute genau weiß, wann die Kinder zurückkehren werden. Als ich daraufhin vorschlug, die Kinder doch einfach selbständig mit dem Bus von der Schule heimfahren zu lassen und ihnen einen Haustürschlüssel mitzugeben, war es, als hätte ich eine Bombe gezündet. Reden wir von zehnjährigen Kindern? Genaugenommen nicht. Wir reden von vierzigjährigen Erwachsenen, die nicht in der Lage sind, ihre Kinder allein mit dem Bus fahren zu lassen.

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